Blühflächen

Am Lehrbienenstand stand wurde nach Fertigstellung des Schleuderraumes im Juni 2019 auf  einer Fläche von 500 m² die Veitshöchheimer Bienenweide angesät.

Diese Mischung besteh 43 Wild- und Kulturarten und umfasst blühfreudigen einjährigen Kulturarten, zweijährigen Wild- und Kulturpflanzen und langlebigen Wildstauden, die eine lange Lebensdauer der Bienenweide gewährleisten.

Sie blüht von April bis November und hat ein reichhaltiges Blühangebot aus Trachtpflanzen. Das bedeutet energiereicher Nektar für die Bienen, Hummeln und Schmetterlingen und viel Pollen für die Proteinversorgung der Brut. Sie ist darüber hinaus auch ein wertvoller Lebensraum für Bodenbrüter, insbesondere während der Jungtieraufzucht.

Ein paar Impressionen:

Die Zusammenstellung der Saatgut-Mischung basiert auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim.

Bienenweiden sind in den ausgeräumten Agrarlandschaften und den oft artenarmen Hausgärten ein Muss, um Insekten aller Art (Bienen, Schmetterlingen, Hummeln und Käfern) ausreichend Nahrungsangebot über das ganze Jahr zu bieten.

Eine Bienenweide verändert sich im Laufe der Jahre durch natürliche Sukzessionsprozesse. Zur Aufrechterhaltung der ökologischen Qualität von Blühflächen sind Nachsaaten daher unabdingbar.


Beim Anlegen der Blühflächen war Renate Krause maßgebliche Initiatorin. Im Folgenden lesen Sie ihr Plädoyer für die kommunale und private Zusammenarbeit zur Aufrechterhaltung der Artenvielfalt:

Wir müssen etwas tun, um die Artenvielfalt wieder zu fördern.
Blühstreifen an Maisfeldern anzulegen ist nicht ausreichend! Es ist aber ein sinnvoller Anfang – wenn nicht gespritzt wird.
Hier muss wesentlich weiter gedacht werden. Das Anlegen von Ackerrandstreifen allein führt lediglich zu Inseln, die von vielen Insektenarten erst gar nicht erreicht werden können. Diese isolierten Ackerrandstreifen werden keine hohe Biodiversität (Artenvielfalt) erreichen. Um der Artenvielfalt wirklich eine Tür zu öffnen, bedarf es einer klein- wie großräumigen Vernetzung. Hier können auch Privatbesitzer angesprochen werden. Mit ihren Hausgärten, Terrassen und Balkonen können diese einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag leisten und in einen Vernetzungsplan mit einbezogen werden.
In Planung und Umsetzung zur Wiederherstellung und zum Schutz der Artenvielfalt kommt dabei den Kommunen eine ganz besondere Bedeutung zu. Zur Umsetzung gleichermaßen kostengünstigen wie naturschonenden Maßnahmen ist hier besonderes Augenmaß gefordert.
Neben dem Miteinander der Kommunen mit den Bürgern und Anrainern ist auch in der kommunalen Grünpflege eine Planung der Arbeiten vonnöten, die nicht nur eine Arbeitsentlastung berücksichtigt, sondern dem jeweiligen Schutz der Natur dienlich sind. So kann durchaus eine Grünpflege mittels maschineller Unterstützung stattfinden – aber erst nach einem natürlichen Abwandern der Fauna und /oder nach der Überwinterung der  Insekten. Das Mulchen im Herbst schadet den Insekten.